Michael J Berlin

Fotograf: Städte, Architektur, Werbung

Die letzte Sommersonne aus 2013, aufgenommen an einem frischen Abend im späten August...

Letzte Sommersonne

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Die letzte Sommersonne aus 2013, aufgenommen an einem frischen Abend im späten August...

Die letzte Sommersonne aus 2013, aufgenommen an einem frischen Abend im späten August…

Wenn ich meinem fotografischen „Ich vor 10 Jahren“ einen Ratschlag geben könnte, er wäre wahrscheinlich: Schiess die Bilder, auch wenn du jetzt noch nicht weisst, was du eines Tages mit ihnen anfangen kannst.

Seit ich 1999 angefangen habe, mich verstärkt für Fotografie zu interessieren, habe ich sehr oft Gelegenheiten verpasst. Denn ich wusste nicht so recht, wie ich etwas in Szene setzen sollte; wie ich etwas im Bild einfangen kann, was mich interessiert hat; vor allem aber: Wie ich etwas so nachbearbeiten kann, dass es mir selbst am Ende gefällt (und hoffentlich auch vielen anderen).

Mein Archiv ist zwar einigermassen gut sortiert, so dass ich auch heute noch relativ schnell Bilder wiederfinde, die ich vor zehn oder fünfzehn Jahren aufgenommen habe. Aber es sind viel zu wenige. Ich habe die Kamera oft genug nicht mitgenommen – und wenn, dann war ich zu selektiv. An einfachen Schnappschüssen hatte ich eigentlich nie besonders Spaß.

Ich merke aber, dass ich inzwischen viel gelernt habe. Meine Bilder werden aussagekräftiger. Die Idee zeigt sich im Motiv und wie ich es in der Kamera einfange. Aber vor allem: Inzwischen kenne ich viele Methoden, auch in schwierigen Lichtsituationen gute Bilder aufzunehmen und diese dann vor allem später aufzuwerten. Für mich ist Photoshop kein Selbstzweck – viele Bilder (besonders wenn ich in kontrollierten Licht-Umgebungen arbeite) gehen heute nur noch in Lightroom durch eine leichte Bearbeitung und können nach etwas Farbkorrektur und Konstrastanpassungen gleich als JPG exportiert werden.

Photoshop verwende ich nur für kleine Pixelkorrekturen oder intensive Bearbeitungen. Und die mache ich nicht aus Spaß, sondern weil das Bild es nötig hat. Manchmal mache ich sie, weil ich als Fotograf in einer Situation überfordert war und daher nicht die optimalen Einstellungen gewählt habe. In den meisten Fällen aber, weil ich mich bewusst entschieden habe, ein Motiv einzufangen, selbst wenn die Bedingungen kein optimales Bild erlaubt haben.

Und ich habe viel gelernt und lerne im Moment ständig Neues dazu. Dabei gehe ich inzwischen auch gerne durch mein Archiv, das inzwischen vermutlich mehr als 100.000 Bilder enhält, und finde immer wieder Schätze, die ich noch einmal mit neuen Augen anschaue und daraus hier und da noch etwas Neues schaffen kann.

So ging es mir heute mit diesem Bild aus dem letzten Jahr – gar nicht so lange her, aber doch in meiner persönlichen Entwicklung eine Ewigkeit. Es ist leider in der größten Auflösung nicht brauchbar, da es etwas unscharf ist, ungeplant und bei schon etwas düsterem Himmel an einem Sommerabend aufgenommen. Aber nicht alle Bilder müssen technisch perfekt sein, in vielen Fällen genügt schon eine mittelgroße Auflösung, um zumindest am Computer ansprechend zu wirken. Und mit der aktuellen Bearbeitung glaube ich, es würde auch als Druck die kleinen technischen Mängel nicht mehr erkennen lassen.

(Danke an Lili, dass ich das Foto machen durfte)

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