Michael J Berlin

Fotograf: Städte, Architektur, Werbung

Mein Profil bei der Mobile Community EyeEm
Mein Profil bei der Mobile Community EyeEm

Soziale Medien für Fotografen – und der Nutzen?

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Mein Profil bei der Mobile Community EyeEm

Mein Profil bei der Mobile Community EyeEm

Ich bin seit Jahren sehr aktiv auf sozialen Medien. Facebook läuft bei mir eigentlich ständig, ich habe diverse Plattformen ausprobiert – einige davon aufgegeben, einige betreibe ich nebenbei und bei einigen bin ich sehr engagiert.

Mobile Bilder: EyeEm und Instagram

Das größte Publikum erreiche ich momentan theoretisch bei der Bilderplattform EyeEm: Mein Konto MichaelJay hat dort inzwischen rund 4.400 Verfolger. Deutlich dahinter rangiert die eigentlich weit populärere Plattform Instagram: Dort bin ich als michaeljberlin zu finden und habe momentan rund 760 Abonnenten.

Der Unterschied erklärt sich darin, dass ich bei EyeEm in den „20 Recommended Photographers“ im September erschienen bin. Niemand hat auf einer sozialen Plattform eine ähnliche Reichweite wie die Plattform selbst. Und dies hat geradezu zu einem Ansturm auf mein Konto geführt. Der Nutzen wird sich noch herausstellen. In vielen Fällen handelt es sich nämlich zunächst um Anfänger auf der Plattform – wie viele davon langfristig aktiv sind, ist also sehr offen.

Die Reaktionen auf neue von mir hochgeladene Fotos sind jedenfalls in beiden Fällen ähnlich: Jeweils rund 100 „Likes“ und vereinzelte Kommentare erhalte ich bei beiden. Bei Instagram ist mein Konto auch deutlich organischer gewachsen, neue Bilder sprechen also die klare Zielgruppe besser an als die Masse an Verfolgern bei EyeEm, die vielleicht an ganz anderen Themen interessiert ist als was ich in meinen Bildern zeige.

Mein Profil bei Instagram

Mein Profil bei Instagram

Soziale Netzwerke: Google+ und Facebook

Seit mehr als fünf Jahren bin ich als Privatperson auf Facebook aktiv und teile dort mit Familie und Freunden auch Ausschnitte aus meinem Leben. Vor knapp zwei Jahren habe ich dort dann auch eine FB-Seite unter dem Namen MichaelJay Fotograf gestartet. Die Seite betreibe ich auf Englisch als Promotion zu meinem gleichnamigen Blog, der sich allerdings an ein sehr kleines Publikum richtet: Es handelt sich um Stock Fotografen, die also über Bildlizenzen Geld verdienen. Das spricht weltweit höchstens einige tausend Benutzer an und ist somit als Fachpublikation zu sehen. Die Reaktionsquoten sind daher auch relativ hoch, auf neue veröffentlichte Blogposts erhalte ich von den rund 400 Lesern der Facebookseite oftmals mehr als 100 Klicks. Sobald ich über etwas breitere Themen schreibe, sinkt die Reaktionsrate allerdings deutlich.

Dies war letztlich auch der Auslöser, warum ich für meine allgemeinere Fotografie-Beiträge nun eine eigenständige Seite mit zugehöriger Facebook-Seite gestartet habe. Hier möchte ich über andere Aspekte der Fotografie reden, vor allem meine recht junge Leidenschaft zur Mobilfotografie sowie meine Nutzung von Lightroom als Bildverwaltung und -bearbeitung.

Übrigens halte ich nicht allzu viel von den Aussagen, Facebook würde künstlich Reichweiten beschränken, um mehr Werbung verkaufen zu können. Ich sehe bei meinen guten und relevanten Inhalten, dass ich tatsächlich auch ohne Werbung einen Großteil meines Publikums erreiche. Andererseits sind wir als private Nutzer auch nicht daran interessiert, nur noch Beiträge von Seiten in unserem Newsstream zu sehen. Wir klicken zwar „Gefällt mir“, reagieren dann aber eben vielleicht gar nicht auf die nächsten 20 Beiträge, weil sie uns doch nicht wirklich ansprechen. Wenn Facebook diese Seite für uns dann niedriger gewichtet und nicht alles anzeigt, ist das vor allem in unserem eigenen Interesse. Wenn auf einen Beitrag viel reagiert wird, erscheint der auch wieder in unserem Newsstream, weil er von FB als überdurchschnittlich interessant eingeschätzt wird.

Meine Erfahrungen mit Google+ sind dagegen bisher eher zwiespältig: Optisch hat mich die Plattform von Beginn an deutlich mehr angesprochen als Facebook. Deshalb war ich auch einer der ersten dort Angemeldeten. Aus dieser Zeit setzt sich auch der Großteil meiner fast 500 Verfolger dort zusammen. Die Interaktionsraten sind allerdings hier etwas enttäuschend, zumindest deutlich hinter Facebook zurück. Das liegt möglicherweise auch daran, dass bei Google+ die „hübschen Fotos“ deutlich populärer sind. Agenturbilder sind oftmals halt eher langweilige Motive, technisch solide fotografiert und vielseitig einsetzbar. Erst seit ich auch öfter einmal Sonnenuntergänge, knallbunte Bilder oder interessanteres wie Langzeitbelichtungen dort zeige, erhalte ich häufigere Reaktionen. Aber selten geht es über 10 „+1“-Meldungen hinaus.

Hier erwarte oder erhoffe ich mir ebenfalls mit meinem neuen Konto als Michael J Berlin als Teil meiner Themenerweiterung langfristig mehr Erfolg. Denn hier werden eher Fotos landen, die auch ein breiteres Publikum ansprechen.

Kurze Texte, wenig Interaktion: Twitter

Auf Twitter betreibe ich ebenfalls zwei Konten: Einen englisch sprachigen Stream als MichaelJayFoto und ein deutschsprachiges Konto als MichaJZ. Im ersten habe ich fast ausschließlich Artikel und Bilder zu Fachthemen verlinkt. Die Verfolgerzahl hält sich also sehr in Grenzen, zumal es sich bei vielen davon um „alte Bekannte“ von anderen Netzwerken handelt. Ein Wachstum ist praktisch nicht zu sehen. Für mein deutsches Konto habe ich mir über einen gewissen Zeitraum Mühe gegeben, mich tatsächlich in Diskussionen auch außerhalb der Fotografie mit anderen Nutzern auszutauschen. Und in dieser Phase habe ich tatsächlich auch eine große Anzahl Verfolger aufgebaut, inzwischen sind es dort mehr als 1.600.

Leider ist die Interaktionsrate bei Twitter für mich inzwischen absolut vernachlässigbar. Trotz vierstelligen Zahlen im Konto erhalten meine dort gezeigten Links oder Fotos selten mehr als zwei oder drei Klicks. Es kommt für mich von selbst dort weder zu Diskussionen noch irgendwelchen anderen Reaktionen. Da ich keine Zeit habe, um einfach nur Smalltalk zu betreiben, habe ich meine Aktivitäten auf Twitter entsprechend auch deutlich zurück gefahren.

Mein Twitter-Konto MichaJZ

Mein Twitter-Konto MichaJZ

Viel Arbeit, mässiger Nutzen

Insgesamt bin ich im Laufe der Jahre zu dem Schluß gekommen, dass ein direkter Nutzen von sozialen Medien nur sehr schwer festzustellen ist. Er ist aber besonders dort zu sehen, wo man eine klar definierte Zielgruppe anspricht und mit relevanten Informationen versorgt. Dies gilt bei mir für meine Stock-Fotografie auf Facebook als auch auf meine Städtebilder und Minimalismusfotos auf Instagram.

Der Arbeitsaufwand ist allerdings nicht zu vernachlässigen. Zwar versuche ich mich selbst einigermassen zu beschränken, verwende aber trotzdem in der Regel mindestens eine Stunde pro Tag auf die verschiedenen Kanäle. Da ich gerade in einer Phase bin, in der ich meine Kanäle deutlich ausbauen will, suche ich hier mittelfristig ganz klar nach Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Allerdings ist das auch schwer bzw. riskant: Denn jede Plattform hat unterschiedliche Ansprüche und einfaches „Cross Posting“ über diverse Kanäle dürfte nicht gut funktionieren.

Schließlich ist es auch eine Frage der Zielgruppe: Über die meisten sozialen Netzwerke spricht man mit seinen Bildern wohl am ehesten andere Fotografen an. Hier dürfte also auch nur ein sehr eingeschränkter Nutzen liegen. Denn wenn ich meine Fotos vermarkten will, sind wohl andere Fotografen die ungünstigste Zielgruppe. Die werden sich schließlich lieber eigene Bilder an die Wand hängen oder für ihren Blog nutzen als meine.

Ich wäre daher sehr interessiert an einem Austausch mit anderen: Wie geht Ihr soziale Medien für Euch privat oder geschäftlich an? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Was funktioniert bei Euch gut und was ist enttäuschend? Lasst es mich wissen, hier im Blog als Kommentar oder auch gerne auf einem der vielen genannten Kanäle.